Montag, 30. Mai 2011

Alltag III und Abschied von Brisbane

Herbst
Es ist deutlich kuehler geworden, vor allem, wenn die Sonne nicht scheint. Weil die Haeuser hier schlecht isoliert sind und keine Heizung haben, wird es am Abend zuhause recht kuehl. Auch am Morgen zum Aufstehen ist es nicht sehr gemuetlich. Dann ist ein warmes Oatmeal zum Zmorge gerade richtig. Allerdings haben wir nach den ersten paar kalten Naechten auch den zweiten Elektroofen gefunden. Das macht es doch ein bisschen angenehmer. Mit Sonne, am Tag, ist es recht warm.

Garten
Flurin und Livio sind haeufig im Garten und dort nicht mehr so oft auf dem Trampolin, dafuer auf dem Baum. Sie koennen alleine hoch und wieder hinunter - na ja, mit kleineren Unfaellen manchmal. Auch auf dem "Seiliplampi" sind sie oft und machen Kunststuecke. Oder auf dem Kletterstrick. Beim ersten Versuch vor fast drei Monaten waren sie beide nicht erfolgreich. Inzwischen kommen sie beide hoch.

Wochenendmarkt
Es gibt in Brisbane viele Maerkte. Oft am Samstagmorgen, zum Teil auch unter der Woche. Man bekommt alles: von frischem Seafood oder unglaublich rahmigem Joghurt ueber selbstgemachte Teigwaren vom (echten) Italiener und den Fruechten bis zum Gemuese und dem Schweizer Kaese (verkauft von Schweizern). Bis jetzt haben wir nur gute, sehr schmackhafte Produkte bekommen. Und die Marge der Einkaufszentren faellt natuerlich weg. Neben Essen und auch Kleidern kann man sich auch die Augenbrauen zupfen oder eine Fussreflexzonen-Massage verpassen lassen. Oft spielt mitten im Geschehen noch eine Band (Rock oder Ethno mit Digeridoo) oder eine ehrgeizige Geigenmutter mit ihren Streicherkindern. Der Unterschied zu den ueberdimensonierten Einkaufszentren ist enorm und wir haben uns gefragt, ob es gerade das ist, was den Markt als Gegenpol so beliebt macht. Es ist uns auch aufgefallen, dass wir am Markt ganz andere Leute treffen, die wir sonst nie sehen: Leute, die wie wir mit Akzent englisch sprechen (vor allem Asiaten) und allgemein ein eher alternatives Publikum.

Telefon
Das Telefon klingelt mehrmals pro Tag, es gibt extrem viel Telefonwerbung. Haeufig von einer Computerstimme gesprochen. Oder dann echt gesprochen, aber so automatisiert, dass sie total aus dem Konzept geraten, wenn man ihnen eine Frage stellt. Wenn wir keine Lust haben, lassen wir die Kinder ans Telefon, so haengen sie schnell wieder auf...
Ueberhaupt haengen sie schnell auf. Auch wenn es Leute sind, die Luke oder Tracy suchen, haengen sie ohne weitere Worte (keine Fragen, keine Entschuldigung fuer die Stoerung, nicht mal einen Gruss) auf, sobald wir gesagt haben, dass sie bis Juli in Europa sind.

Spiele und Buecher
Wie in einer Ludothek oder Bibliothek haben wir zuhause alle Spiele gespielt, alle Puzzles mindestens einmal gelegt (sogar die 250-Teile-Weltkarte) und fast alle Kinderbuecher erzaehlt. Es ist schon gaebig, dass wir englisch koennen, Luke und Tracy auf der anderen Seite koennen unsere Buecher nicht erzaehlen.
Ich habe noch mehr Buecher von Tracy gelesen. Die DVD-Sammlung haben wir selten mal gebraucht. Wenn wir uns dann fuer die Abreise vorbereiten, duerfen die Kinder dann vieeel DVDs schauen, damit sie nichts anderes mehr durcheinander bringen...

Kaenguruhs
Im Internet habe ich gelesen, dass es im westlichen Teil der Stadt eine Gegend gibt, wo sich die Kaenguruhs abends treffen. Das war natuerlich ein Grund, dorthin zu fahren. Extrem viele hatte es, weit hinten sahen wir sie huepfen. Dann bogen wir in eine Seitenstrasse und sie standen oder huepften direkt vor uns, ueber die Strasse und am Strassenrand. Eines stand dort und man sah einen kleinen Kopf, der aus dem Beutel hervor lugte. Als wir den Fotoapparat endlich bereit hatten, war es leider schon davon gehuepft. Aber weitere Gelegenheiten gab es genug!

Coiffeur
Angemeldet haben wir uns im Quartier fuer einen Familien-Termin. Es war total unkompliziert. Als wir ankamen, musste die Coiffeuse zuerst noch ihre Kinder von der Schule abholen. Dann war da noch eine Kundin, die sie noch fertig bedienen musste. Danach kamen wir dran: ohne waschen (wehe, wir verlangen bei uns einen Haarschnitt ohne waschen), mit einem Spritzer hat sie uns nacheinander bedient. Die Kinder waren schoen ruhig. Ich wuenschte, sie waeren es bei mir auch. Und ich habe mir gerade noch ein paar Tricks und Kniffs abgeschaut!
Das Beste war aber, dass sie uns sofort fragte, ob wir bei Tracy wohnen. Somit hatten wir neben unserer Reise das Gespraechsthema. Tracy war kurz vor ihrer Abreise noch dort, war anscheinend total im Stress mit dem Vorbereiten des Hauses und mit Packen und ueberhaupt sehr aufgeregt auf ihre Reise.

Morgan
Mit unserer Babysitterin hatten wir wirklich Glueck. Sie war motiviert und hat sich jedes Mal etwas ueberlegt, was sie mit den Kindern gemacht hat. Mal Anzac-Biscuits backen, mal Schoggi-Marshmallow-Verzierungs-Haeppchen oder Schoggi-Ostereier selber machen (mit viel Zucker-Verzierung), mal hat sie einen Bastelbogen gebracht oder Punkt-zu-Punkt-Raetsel. Dazu bringt sie von ihrer Mutter fuer die Boys immer etwas Suesses (typisch Australisches) mit. Mal hat sie eine Caramel-Torte gebracht (Muerbeteig, gefuellt mit Caramel), das fanden sogar die Kinder zu suess.
Zum Abschied hat sie uns zu einem echten, australischen BBQ eingeladen. Wir waren eingeladen zum Zmittag und ihre Mutter verkuendete uns, dass wir im Verlaufe der naechsten Stunden alle typischen australischen Speisen und Getraenke zum Probieren bekommen wuerden. Sie hat nicht untertrieben. Von Kaesechips, Vegiemite und Macadamianuessen ueber Minties und Zuckerbananen zum Grillfleisch, das man einfach zusammen mit Salat in eine Brottasche packt. Dann Pavlova und Lamington zum Dessert, die Kuerbis-Scones waren leider verbrannt. Zum trinken Bundabergh-Rum mit Cola, Softdrink mit Anis, Creamed Soda oder Ginger-Bier. Ich erklaere das alles hier nicht naeher, aber alle, die schon mal hier waren, kennen wahrschienlich das eine oder andere davon... Im Gegenzug habe ich ihnen einen Sonntagszopf mitgebracht, welchen wir am Ende der Degustation, die sich ueber den ganzen Nachmittag hinzog, auch noch probiert haben.
Zwischen Essen und Trinken, hat Morgans Bruder (der ist extra nach Hause gekommen, um uns zu sehen) seine alte Modelleisenbahn wieder in Betreib genommen und Morgan hat mit den Buben Wii gespielt.
Dann wurden wir auch noch mit Geschenken eingedeckt, vom Australischen Kinderatlas zum Boomerang, von Koala und Kaenguruh zu bekannten Kinderbuechern, die Geschichten von Quolls, Bilbys und Bandicoots (alles Tiere) erzaehlen.

Ausblick
Die naechsten Tage heisst es putzen, aufraeumen, Vorraete auffuellen, waschen und packen. Das Haus ist zum Glueck nicht so gross. Einiges, was sich angesammelt hat, muss weg, wir haben noch immer nur zwei Rucksaecke. Zum Glueck koennen wir ein (nach dem BBQ sind es nun zwei) Pakete nach Sydney (wo wir vor der Heimreise noch ein paar Tage verbringen werden) zu einer Bekannten schicken...
Wir sind auf unserer Reise erstmals ein bisschen am kraenkeln (auch hier das Anzeichen fuer die kaeltere Jahreszeit) und ich hoffe, dass wir alle gesund am Samstag 4. Juni nach Samoa fliegen koennen, wo wir einen Monat sein werden. Ganz spannend finde ich, dass wir zwar am Samstag abfliegen, in Samoa aber am Freitag ankommen - wir fliegen ueber die Datumsgrenze! Ich kann mich erinnern, dass ich das in der Schule wirklich nicht begriffen habe, ich hatte an der Pruefung darueber alle Aufgaben falsch. Zum Glueck reise ich jetzt mit einem Geografen.
Ich habe schon ein bisschen ueber die Kultur gelesen und freue mich sehr (bis auf die zwar domestizierten, aber doch halbwilden Hunde) auf dieses Land. Wir werden dort mit dem Rucksack unterwegs sein, von Ort zu Ort, von Insel zu Insel reisen - meist mit dem oeffentlichen Verkehr. Die Busse ab der Hauptstadt fahren jeweils erst, wenn sie genuegend voll sind, bis dahin fahren sie alle in der Stadt herum. Wenn man aussteigen will, muss man an die Busdecke klopfen... Das wird ein Abenteuer!!!
Internet-Anschluss wird nicht ueberall garantiert sein. Aber ich hoffe, mich von Samoa melden zu koennen - wenn auch ohne Fotos (die kann ich von zu Hause noch nachliefern...)

Mittwoch, 25. Mai 2011

Surfers Paradise, Goldcoast

Wir waren nochmals drei Tage weg, in Surfers Paradise an der Goldcoast. Nicht dass es uns das letzte Mal dort speziell gut gefallen hat, aber das Hotelangebot mit vier Stunden Kinderbetreuung pro Tag (eine Empfehlung von Tracy) war verlockend. Einerseits natuerlich fuer Felix und mich mit ein bisschen ruhigerer Zeit fuer uns. Und andererseits dachten wir, dass eine letzte Dosis Extra-Unterhaltung vor Samoa fuer die Kinder nicht unangebracht sei.

Am Sonntag ging die Reise los. Nach einem Kunstmarkt unterwegs mit enttaeuschenden sieben Staenden, dafuer mit drei Spielplaetzen in einem schoenen Park etwas noerdlich von Surfers Paradise, gings zum Mittagessen an die Goldcoast, wo es ganz kinderfreundlich ein "Happy Meal" im Mac Donald's gab.

Im Hotel gings direkt in die Zone4Kids. Zuerst erkundeten wir den riesigen Indoor-Spielplatz alleine. Spaeter hatten sie dort Unterhaltung samt Nachtessen. Felix und ich gingen in die Stadt und entschieden uns, nochmals indisch zu essen, diesmal aber "mild" zu bestellen. Es war eine gute Wahl, gerade gut in der Schaerfe!!!
An diesem Abend dauerte es ein bisschen, bis die Kinder einschlafen konnten... Wieder alle in einem Hotelzimmer und Lichterloeschen fuer alle, gab den Vorgeschmak auf die kommenden Wochen in Samoa und Sydney!

Am naechsten Tag waehlten wir fuer die Kinderunterhaltung das Morgenprogramm mit Mittagessen. Das Angebot war basteln, daher war die Wahl gegeben. Felix und ich nutzten die Zeit fuer einen Strandspaziergang, ohne die Gefahr von Kindergekloene. Am Nachmittag benutzten wir In- und Outdoorspielplaetze vom Hotel, spielten Pantomime im Zimmer und machten nicht mal mehr fuers Nachtessen einen Schritt aus der Hotelanlage. Der Regen war dafuer die gute Legitimation.

Am letzten Morgen benutzten wir bis zum Checkout die Spielanlagen des Hotels. Vor allem die Go-Karts stiessen wie immer auf das Interesse von Flurin und Livio. Trotz strahlend schoenem Wetter gingen wir mit den Kindern in einen Spielsalon. Es dauerte fast eineinhalb Stunden, bis wir die 20 Dollar verspielt hatten. Nicht nur die Kinder waren total fasziniert...
Mit der Sonne gings danach doch noch an den Strand und ins Meer (nur Felix und Livio, ist nur noch 20 Grad).
Nach dem Mittagessen (Flurin liebt Sushi, das ist immer seine erste Wahl, wenn es keinen Mac Donald's gibt) machten wir uns auf ins Hinterland zur Natural Bridge (Springbrook National Park), einem Wasserfall, welcher sich in eine Hoehle ergiesst. Zuerst machten wir den Rundgang im Regenwald bei Tageslicht. In der Dunkelheit wuerden wir dahin zurueck kehren. Bis dahin hatten wir noch einige Zeit zu ueberbruecken. Wieder mal tat ein Spielplatz seine Dienste. Dort nahmen wir auch unser Picknick zum Znacht und hoerten die Kookaborras zum ersten Mal im O-Ton - ein richtiges Gelaechter. Diese Voegel sind sehr ruhig, manchmal sitzt ploetzlich einer vor einem, wenn man um die Ecke kommt und flattert gar nicht nervoes davon. Sie schauen einen ganz vielwissend an.
Bei Dunkelheit gings zurueck zur Natural Bridge. Das Spektakel erwartete uns nicht erst in der Hoehle. Schon auf dem Weg dorthin hatte es hunderte, ja tausende Gluehwuermchen. Wir waren mit Taschenlampen unterwegs und zum ersten Mal ein bisschen froh, dass der Weg geteert war... In der Hoehle muss man das Licht ausloeschen, weil die Gluewuermchen sonst zu gluehen aufhoeren. Das wollten drei Japaner, die fast eine halbe Stunde fuer geblitzte Portraitsaufnahmen mit Gluehwuermchen posierten, partout nicht verstehen. Irgendwann haben wir sie zurechtgewiesen und ihnen gesagt, sie sollen nun doch wieder gehen. Autoritaetsglaeubig und unterwuerfig haben sie gehorcht, so dass sie mir schon wieder ein bisschen leid taten.
Beim Parkplatz war der Blick in den Sternenhimmel unglaublich: ueber und ueber voll.
So traten wir nach drei gefuellten Tagen den Heimweg an.
Im Kinderhotel (Children's Heaven, Parent's Paradise)
Strahlender Tag in Surfers Paradise
Im Spielsalon, oder in der Spielhoelle (wie Felix sagte), oder beim Teufel (wie Livio sagte, als er am Nachmittag nochmals hin wollte...)
Wasserfall in die Hoehle, wo man von unten hinein gehen kann
Kookaborra

Freitag, 13. Mai 2011

Bribie Island

Letzthin waren wir bei Lukes Eltern (Margie und Lance) und seinem Bruder (Tony) zu Besuch. Sie wohnen direkt am Wasser auf Bribie Island, etwas noerdlich der Stadt, wohin man via eine Bruecke gelangt. Oft sind die Ortschaften am Meer mit Kanalanlagen durchzogen, so dass moeglichst viele Liegenschaften direkten Wasseranstoss haben (nicht zum baden, aber fuers Boot). Der Kanal dort ist recht breit und etwa fuenf Meter tief, sie haben kuerzlich sogar einen Hai gesehen. (Keinen riesigen, aber immerhin...)
Ganz neu fertig gestellt haben sie einen Pool (Enkelin Chloe hat ihn noch nicht gesehen), der zwar mit 21 Grad recht kalt war, Livio und vor allem Flurin aber trotzdem zum hin und her crawlen genutzt haben.
Zum Mittagessen kamen noch Lukes zweiter Bruder Mat und seine Frau Sam mit den Kindern Stella (6), Sophie (5) und Sara (3) zu Besuch. Wir wurden direkt mit Geschenken eingedeckt. Fuer die Buben ein australisches Badetuch mit Kapuze und fuer uns Isolierbecher, die man ueber ein Bier stuelpen kann.
Am spaeteren Vormittag war fischen angesagt, direkt vom Bootssteg aus. Eine Geduldsprobe, die Livio nicht bestand. Und als ich seine Rute uebernahm, ging es gar nicht mehr lange, bis ich den Fisch an der Angel hatte. Er war gerade die minimalen 25cm lang, so dass Tony ihn mir zum Mittagessen praepariert hat.
Flurin hatte etwas Pech: seine Rute bog sich wie verrueckt, aber als wir den Fisch holen wollten, hatte der sich nur den Koeder geholt und ist dann wieder abgehauen. Etwas spaeter hatte er noch einen Aal an der Angel, auch der konnte sich loesen. Das sei aber nicht weiter schlimm, meinte Stella, die sich schon gut auskennt, die koenne man naemlich nicht essen...
Auch kein Glueck hatte einmal mehr Mat, der schon so oft gefischt und noch nie etwas gefangen hat. Diesmal war der Fisch staerker und der Nylonfaden ist gerissen.
Am spaeteren Nachmittag, Mat und Familie waren schon wieder weg, gings auf eine Bootsfahrt mit Tony. Zuerst der Insel entlang nach Norden bis zum Naturschutzgebiet. Danach Richtung Sueden fast bis zum offenen Meer. Selten sehe man Delfine, ab und zu Schildkroeten (die halten den Kopf aus dem Wasser und tauchen dann ab unters Boot) und hin und wieder Dugongs (Seekuehe). Wir koennen nicht jedes mal Glueck haben...
Nach der Bootsfahrt zeigten sie uns noch die andere Seite der Insel, wo wir in der Abenddaemmerung den gefaerbten Himmel mit der schmalen Mondsichel betrachteten und die Kinder im Sand Ritterburgen samt Toilette fuer die Koenigin bauten - bis es stockdunkel war. Das war ein wunderbarer Tag.
Stella und Flurin am Fischen
Mein Fang
Mat, Felix, Tony (wer ist hier der braungebrannteste?)
Am Pool: Tony, Stella, Livio, Sara, Sophie
Bereit fuer die Bootsfahrt
Und wenn wir schon bei der Familie sind: am Geburtstag von Luke und Felix beim gemeinsamen Nachtessen sind diese Fotos entstanden.
Die Kinder verstanden sich praechtig...

Dienstag, 3. Mai 2011

Noosa, Hervey Bay und Fraser Island

Wir vertrauten dem Wetterbericht, der ab Dienstag kontinuierlich besseres Wetter ansagte und wagten dann unsere zweite groessere Reise, diesmal nach Norden. Unser erstes Ziel war Noosa - das St. Tropez Australiens. Ja, das war schon sichtbar, an den Leuten (z. B. Maedchen mit Privatsurflehrer und fotografierendem Vater), an den Autos und Yachten und an den Laeden (z. B. Armani) mit entsprechenden Preisen.
Und doch waren die Touristen auch hier recht durchmischt: Familien wie wir, die jungen Freaks, die vom Sueden in den Norden der Kueste nachreisen und die Wellen hier zum Surfen nutzen und, was wir bis jetzt noch nie gesehen haben, ruestige aeltere Herren, die ihr Surfbrett zu den Buchten mit den groessten Wellen buckelten.
Das erste Sonnenfenster nutzten wir zum Baden und Sandburg bauen. Kaum im Auto, goss es aus Kuebeln. Wir fuhren durch den Ort, beobachteten die Leute und fuhren nach dem Mittagessen zu unserem Resort, wo es uns sehr gefiel: Geheizter Pool, zweistoeckige Wohnung (self-contained Units, nennt sich das), sauber, geschmackvoll eingerichtet, Kueche mit Toaster, Mikrowelle, Riesenkuehlschrank, Backofen.
Der Pool war ideal fuer Flurin und Livio zum Schwimmen ueben. Beide koennen nun wenige Meter crawlen. Das warme Sprudelbad daneben lockte uns auch noch spaetabends und bei Regen nach draussen.
Die ganze Nacht hoerten wir den Regen und beim Aufstehen war es noch nicht besser. Gut ausgeruestet trotzten wir bei der ersten Aufhellung dem Wetter und nahmen unsere Wanderung im Nationalpark in Angriff. Das Wetter wurde immer besser, der Regen hoerte auf und unser Picknick nahmen wir sogar in der Sonne zu uns. Wir liefen entlang der Kueste um eine Halbinsel und passierten dabei verschiedene Meeresbuchten - ein unglaublich schoen angelegter Weg! An der Spitze der Halbinsel hatte es extrem Wind, man musste sehr aufpassen, um nicht umzufallen - es war imposant. Einmal dort gestanden, erklaert sich der Name "Hells Gate" von alleine...
Der Hoehepunkt war dann aber am Schluss unserer Wanderung, kurz vor dem Parkplatz: Der Koala sass mit dem Ruecken zu uns in einer Astgabel auf einem Baum direkt am Meer!

Am dritten Morgen erwartete uns eine lange Autofahrt nach Hervey Bay. Irgendwann hoert die Autobahn auf und man faehrt einspurig, mit Gegenverkehr im Tempo wie auf der Autobahn. Die entgegenkommenden Trucks waren imposant!
Einmal dort erkundigten wir uns betreffend Unterkunft und einer Tour nach Fraser Island. Am Wochenende war Einiges los, von einem Triathlon ueber die verlaengerten Osterferien der Privatschulen bis zu einem Oldtimer-Treffen. Dementsprechend dauerte es ein bisschen bis wir wussten, wo wir bleiben koennen. Die Kinder haben sich sehr gut gehalten bei der Sucherei. Letztlich hatten wir eine schoene Unterkunft, ausgestattet fast wie jene in Noosa, auch mit Pool, aber leider nicht ganz so warm. Wir konnten vier Naechte bleiben und an der Rezeption gerade eine Tagestour nach Fraser Island buchen.
Zwei Tage in Hervey Bay bauten wir Sandburgen am Meer, waren im "Wet Side", einem Wasserpark ohne Becken, dafuer mit vielen Spritzanlagen, erkundeten die Straende, den 648m langen (nicht mehr in Betrieb) Schiffssteg und die verschiedenen Spielplaetze. Es ist nun deutlich kuehler und wenn man so eine Sandburg gebaut hat, draengt es einen nicht mehr zwingend ins Meer. Und selbstverstaendlich flimmerte die royale Hochzeit auch bei uns ueber den Fernseher, schliesslich war bei uns schon Abend, da durfte man ohne schlechtes Gewissen mitschauen.

Der Wetterbericht versprach seit Tagen fuer Sonntag den schoensten Tag - und sollte Recht behalten. Die Tour nach Fraser Island beinhaltete die Anfahrt zur Faehre, Ueberfahrt zur Insel und dann im 4WD-Bus durch die Sandpisten der Insel vom Regenwald ueber Buschland zum Endlos-Strand. Wir sahen weder Haie noch Wale und auch keine Riesenechsen oder adleraehnliche Voegel. Aber eine Riesenspinne und die Dingos. Das sind wilde Hunde, die von den Aborigines vor Tausenden von Jahren nach Australie gebracht wurden, sich seither teils mit domestizierten Hunden vermischt haben, auf Fraser aber noch in besonders reiner Form vorkommen. Gerade als wir noch in Noosa waren, sahen wir in den Nachrichten, dass ein Dingo ein dreijaehriges Maedchen angegriffen hat. Neben den gefuehrten Touren kann man auch selbststaendig auf die Insel. Und zu viele Leute verhalten sich diesen (Wild-)Tieren gegenueber falsch. Sie fuettern sie, locken sie, streicheln sie. Wir hatten keine Angst, waren auch nicht gross mit ihnen konfrontiert und beobachteten sie nur aus dem Bus.
Die Fahrt dem Strand entlang hat mich gar nicht so beeindruckt, wir haben menschenleerere Straende gesehen. Aber der Lake McKenzie, mit dem feinsten, schneeweissen Sand, den es gibt - fast wie Schlamm - und dem klarsten Wasser (Regenwasser im Sand gereinigt) war wunderschoen. Nach dem Baden hatten wir alle feingeschmeidige Babyhaut.
Dass das Wasser nicht versickert, ist, weil unter dem Sand eine feine Schicht mit halbverrotteten Zweigen und Blaettern luftdicht im Sand eingeschlossen ist.
Und auch das Fluesschen Eli-Creek mit ebenso klarem Wasser haben die Einen genossen, die Anderen festgehalten.

Die Rueckfahrt nach Brisbane nahmen wir gemuetlich in Angriff. Eine ausgedehnte Pause auf einem Riesenspielplatz und eine Wanderung auf einem nicht-geteerten (!!!) Weg rund um eine Bergspitze der Glass House Mountains im Sunshine Coast Hinterland machte auch aus dem Reistetag ein Erlebnis mehr.

Und dann noch eine Tiergeschichte: Da sassen wir kurz vor Ostern auf einer Insel vor Brisbane (Northern Stradbroke Island, genannt "Straddie") vor einer Gelateria mitten im Dorf und trauten unseren Augen kaum, als huepf, huepf, huepf ein Kaenguruh vorbei kam, den Kopf wendete und mit drei Huepfern in die andere Richtung wieder verschwand...

Nun sind wir wieder zu Hause und planen, was wir hier unbedingt noch tun wollen und auch schon ein bisschen fuer die naechste grosse Station unserer Reise (Westsamoa).

Mittwoch, 20. April 2011

Aus dem Alltag II

Die Tage hier sind recht kurz. Um 18h ist es bereits stockdunkel. Dafuer ist es umso frueher hell. Und so schlafen unsere Kinder morgens nur bis etwa 6h. Trotzdem schlafen sie erst um 20h, das gibt immer eine Stunde weniger als normal, und gegen Abend merkt man das gelegentlich... Inzwischen haben wir uns an die Voegel gewoehnt, ich bin zuvor immer um 5h mit den ersten Vogelschreien aufgewacht. Sie sind wirklich laut (vor allem die kleinen gruenen Papageien) und nicht so fein und unaufdringlich wie die Schweizer Kohlmeisen.

Oatmeal
Nach einem Monat in Yap mit schlampigem Toastbrot zum Zmorge entdeckte Felix zurueck in Guam, dass es dort im McDonalds zum Zmorge Mueesli gibt. Also gings am naechsten Morgen dorthin. Ich war total beeindruckt, es wurde naemlich frisch, mit frischen Fruechten, zubereitet. Zwar jede Portion aus einem eigenen Beutel und das kochende Wasser aus dem Hahnen, aber immerhin... Die Kinder mochten es nicht (da fuer sie ohne Zucker), Felix (mit Zucker) umso mehr. Die Idee war geboren: Jetzt gibts bei uns regelmaessig Oatmeal (oder Porrigde, also warm) mit etwas Zucker und Fruechten. Weil die Haeuser hier weder Heizung noch Isolation haben, ist es super, den Tag mit einer warmen Mahlzeit zu beginnen. (Nur ich mag es nicht, mich erinnert es zu sehr an Haferschleim.)

Komische Leute
Wenn wir zuhause sind, haben wir meistens ein kleineres Ziel pro Tag im Visier: ein Park, die Innenstadt, ein Museum, ein Spielplatz. Da haben wir schon ganz spezielle Leute getroffen. Hier ein paar Muesterchen:
Als wir an der Bushaltestelle auf den Bus warteten, zankten eine wirklich dicke, haessliche (wie sie hier nicht ganz selten sind) und eine aufgetackelte Frau darueber, ob Erstere beim Parkieren ueber den Holzbalken (wahrscheinlich eine Abgrenzung) der Anderen gefahren ist oder nicht. Lautstark, wie in einer amerikanischen Talkshow...
Flurin und Livio kraxelten auf einem "Geldstueck-Auto" vor dem Einkaufsladen rum. Einmal kam eine Frau auf mich zu, weil Livio auf dem Dach sass. Zuerst dachte ich, man duerfe nicht klettern (das wahrscheinlich schon auch), aber die Frau hatte total Angst, dass er hinunterfallen koennte. Das naechste Mal schaerfte ich ihnen also ein, nicht zu klettern. Ploetzlich kam eine Frau auf mich zu und fragte mich im vollen Ernst, ob meine Kinder ihr vielleicht ihre Chips geklaut haetten...
Als Felix die Verkehrspatrouille am Fussgaengerstreifen vor dem Schulhaus fotografieren wollte, die den Kindern nach der Schule jeweils den Weg ueber den einzigen Fussgaengerstreifen unseres Quartiers freigibt, poebelte ihn eine entruestete Mutter aus dem Offroader an, ob er da Kinder fotografiere. Wir wohnen in einer Neighbourhood-Watch-Zone...
Kuerzlich beim Einkaufen, war Felix am Milch aussuchen. Da kam eine Angestellte aus heiterem Himmel zu ihm und wollte ihm zwei einzelne Joghurt andrehen, die eigentlich zusammen gehoerten, weil sie aber jemand auseinandernahm (nicht Felix!), bekaeme er sie guenstiger. An Joghurt waren wir leider nicht interessiert...

Flying Foxes oder Flughunde
Diese findet man in einem Park, nicht allzu weit von uns. Sie machen einen hoellischen Laerm, und es stinkt ziemlich. Felix und ich waren total fasziniert, die Kinder haben sie nach zwei Minuten gesehen... Eigentlich erstaunlich, dass dieser Platz nicht vermaktet wird, fuer alle Europaeer waere das doch sicher einen Ausflug wert

Geld finden
Flurin ist unser Spezialist (das habe er von Felix geerbt...), diese Muenzen hortet er gut und ueberlegt sich exakt, was er ausgeben will und was er danach noch ueberig hat. In einem Laedeli hat er dann lange verhandelt und hin und her ueberlegt. Die Frau im Laedeli war eine Asiatin, fand es total herzig und hatte entsprechend Geduld. In der Zwischenzeit vermuten wir, dass in Asien bzw. China Zwillinge wohl Glueck bedeuten. Dass die Asiaten auch hier so wahnsinnig auf unsere Buben reagieren und oft die Zwillingsfrage stellen, veranlasst uns zu dieser Annahme.

Sprache
Ich staune, wie gut ich mit Englisch zurecht komme. Immerhin habe ich seit meiner Matura kaum mehr gesprochen. Zu sehen, dass ich mich sehr gut verstaendigen kann (ohne Ruecksicht auf Grammatik), dass ich Buecher lesen kann (ich durchforste Tracys Bibliothek - und habe Zeit dazu!!!), freut mich. Nur am Telefon, wenn die Verbindung nicht so gut ist, und mein Gegenueber so schnell spricht, finde ich es nach wie vor schwierig.
Flurin kann sein Englisch gut anwenden (wenn er dann mal Gelegenheit hat, ist er ganz mutig), schnappt Wendungen auf (beim Spielen "it's your turn" oder "it's my go", beim Basteln "look at me") und auch Livio bekommt viel mit. Er sagt "thank you" und " it's very, very good" nur noch in Englisch.

Bastelwut
Jeden Tag gehoert basteln dazu. Livio und Flurin zeichnen, schnipseln und kleben wie die Wilden. Zuerst haben wir gedacht, dass das die Entzugserscheinungen von unserer Mikronesienreise sind. Aber es nimmt nicht ab. Sie sind absolute Schnellbastler und Schnellverbraucher. Nachdem wir festgestellt haben, dass wir nach einer Woche von 500 nur noch etwa 250 Blaetter haben, haben wir zeitweise hart rationiert. Pro halbe Stunde ein Blatt :-) So gesehen war die speziell fuer Kinder konzipierte Dino-Ausstellung ideal: Sie konnten im Sand buddeln und pinseln, es hatte Riesenpuzzles, sie konnten kneten und eine Maske basteln (ohne Materialrationierung). Die Person im Dinosaurierkostuem mit "echten" Geraeuschen, sicher 3 Meter hoch, mal anschmiegsam, mal zum Fuerchten war das Highlight. Livio wollte nicht zu nahe gehen, Flurin ist ihm mutig auf die Fuesse getreten...
Weil hier Ferien sind, gibt es viele Aktivitaeten speziell fuer Kinder - wirklich cool!

Heimweh
Ich vermisse vor allem unseren Garten. Zu sehen, was blueht, was wir im letzten Jahr gepflanzt haben, waere schoen. Auch vermisse ich unsere Nachbarschaft in Kappel. Vor allem, wenn Tracy uns begeistert mailt, dass die Nachbarskinder klingeln und Chloe abholen kommen. Der Kontakt im Quartier fehlt uns schon ein bisschen. Wir haben studiert, was denn hier anders ist: Nachbarschaftliche Kontakte scheinen nicht so verbreitet zu sein - kein Wunder, wenn man das Haus nur verlaesst, um mit dem Auto fortzufahren. In den Quartierstrassen gilt Tempo 60, ueberall am Strassenrand sind Autos parkiert, das macht es extrem unuebersichtlich, so dass die Kinder nicht einfach aus dem Haus gehen und sich treffen koennen. Die Muetter verabreden sich bei einem Spielplatz und fahren dann je ihre Kinder dorthin.
Bezueglich Geige: Das Unterrichten vermisse ich nicht, das Orchesterspiel hingegen manchmal schon.
Felix studiert auch hier immer die Wetterprognosen und ist manchmal frustriert, dass der zeitweilige Dauerregen hier und das Tropische Wetter zu Hause ist.
Flurin und Livio reden oft von ihren Gschpaenli zu Hause und integrieren sie in ihre Rollen- oder Gedankenspiele. Livio hat heute morgen zu unserem Erstaunen gesagt, er sei noch nie bei Goetti Christian gewesen, er wisse gar nicht, wie es dort aussieht. Mit ein paar gezielten Fragen (wo hat Lora ihr Plaetzchen? welche Farbe hat die Kueche?) kamen dann die Erinnerungen schnell zurueck.

Ausblick
Anfang naechste Woche fahren wir in den Norden. Noosa und Frazer Island sind unsere Ziele. Wir hoffen, dort ein paar Tiere zu sehen, womit wir bisher noch nicht angeben koennen...
Ebenfalls in Planung ist ein Ausflug mit einem Koala-Forscher, ein Freund von Luke, der uns mitnehmen moechte, um Koalas in freier Wildbahn zu entdecken. Natuerlich gibt es ueberall die Paerke, wo man Koalas und Kaenguruhs streicheln und fuettern kann, das moechte ich aber erst dann noch unternehmen, wenn wir keine wilden Tiere gesehen haben.

Mittwoch, 13. April 2011

Aus dem Alltag

Zeit fuer Sport
Livio besucht den Schwimmkurs, den ich beobachte und ihm, falls noetig, mal etwas uebersetze. In dieser Zeit schwimmt Flurin mit Felix im anderen Becken.
Felix hat sein gelegentliches Jogging wieder aufgenommen. Naturstrassen gibt es hier leider kaum. Es hat zwar schoene Parkanlagen mit ausgekluegelten Wegnetzen, diese Wege sind aber fast alle geteert.
Ich besuche das Fitnesstraining. Was mir schon zu Schulzeiten immer Spass gemacht hat, war das sogenannte Aerobic. Die "Trendigen" der Gymiklasse haben da manchmal im Turnen eine Stunde gehalten. Bevor es losgehen konnte, musste ich einiges heraus finden: Ort, richtige Kleidung, Art des Fitnessabo, Herausfinden, was "Zumba", "Bodypump" etc. bedeutet, und schliesslich Anmelden.
Ein Fitnesscenter hat mir Felix gefunden, inklusive Kinderhuetedienst, so dass Felix ein bisschen Zeit fuer seine Studien hat, und die Kinder sollen sich zwischen durch auch ohne uns zurechtfinden. Da ich auf die Reise Hallenschuhe als Turnschuhe habe, war ich gut ausgeruestet, ein paar Trainingshosen waren schnell gefunden. Die Klasseninhalte haben sich in den letzten 14 Jahren nicht gross veraendert, nur die Namen sind anders. Ich habe mich zu einer zweitmonatigen Mitgliedschaft ueberreden lassen (statt ein No Comit Contract), da gehoert ein erstes Gespraech mit einem Personal Trainer dazu... Diesem musste ich dann klar machen, dass ich nicht irgendwelche Ziele (seine) mit seiner Hilfe in den naechsten acht Wochen erreichen moechte. Ich moechte nur ab und zu in die Fitnessklassen. Nach dem ersten "Bodypump" (Kraftuebungen mit Gewichtsstange) hatte ich eine Woche Muskelkater. Zugegeben, ich habe ein paar Kilo zu viel auf die Stange geladen... Das heutige "Bodystep" war das, was ich mir vorstellte. Muehe hatte ich mit der Koordination, es war kompliziert und schnell und in Englisch...

Flurin und Livio
Flurin und Livio sind ein starkes Team und spielen oft zusammen. Da sie sich aeusserlich von australischen Kindern nicht unterscheiden (wie es in Hongkong und Yap der Fall war), haben sie keine besondere Aufmerksamkeit, werden nicht speziell angesprochen und muessen sich nicht mitteilen. In Yap hat mal eine Hotelangestellte die Kinder zu ihren Nichten und Neffen mitgenommen. Mutig sind sie mitgegangen, haben Suessigkeiten bekommen und sind im Auto rumgefahren (die Nichten waren wohl nicht zu Hause...). Flurin und Livio waren ganz auf sich gestellt in der Kommunikation.
Die Kontakte mit australischen Kindern sind kleiner, als wir dachten und beschraenken sich auf gelegentliche Spielplatzbesuche (man suche nebenan das richtige Kind). Wir dachten auch, dass sie hier in Australien vielleicht mal ein Brot einkaufen gehen. Aber nur schon die fehlenden Trottoirs und die Strassen ohne Fussgaengerstreifen machen dies unmoeglich. (Hier nimmt man eh fuer alles das Auto.)
So hatten wir die Idee, zwischendurch einen Babysitter zu engagieren, damit Sie noch etwas mehr in Kontakt mit dem Land kommen und wir mal etwas Zeit fuer uns haben. Tracy hat uns eine Liste mit Empfehlung der Schule, die ihre Tochter besucht, hier gelassen. Morgan, die Babysitterin, ist eine junge Frau, geht zur Uni, kann daher auch mal an einem Nachmittag unsere Buben unterhalten.

Autofahren
Ist eigentlich nicht mehr der Rede wert. Aber die Routine ist gefaehrlich. Das war ich mir zwar bewusst, trotzdem landete ich gestern nach einer Kreuzung ploetzlich auf der rechten Fahrspur - gluecklicherweise kam keiner entgegen und war Felix so aufmerksam.

Stadt
Der Busbahnhof in der Innenstadt ist super. Alles unterirdisch mit direktem Zugang zu grossen Einkaufszentren und zur Hauptgasse. Ueberhaupt ist die Stadt sehr gut baulich geplant. Einerseits weil die Staedte nicht so alt sind wie bei uns und vorausschauend geplant werden konnten, andererseits wohl wegen der Weltausstellung 1988. So sind zum Beispiel alle Museen in Gehdistanz voneinander entfernt (da gibts sogar Leute, die dazu nicht das Auto nehmen.) In der Southbank - von der City her auf der anderen Seite des Flusses gelegen, hat es eine kuenstliche, oeffentliche Strandanlage. Sie ist seit den Ueberschwemmungen noch nicht wieder ganz aufgebaut. Die Stadt ist sehr gruen. Es gibt viele Parkanlagen mit vielen Spielplaetzen, viele dem Fluss entlang und weitlaeufig. Dort lassen wir die Kinder manchmal auf Chloes rosa Velo und dem Trotti austoben.

Schule
Hier haben sie Schuluniformen und diese sind grauenvoll, eine schlimmer als die andere, oft mit Kniesocken, kurzen Hosen, unfoermigen Hueten und farblich ueberhaupt nicht abgestimmt...
Die Kinder erscheinen uns eher unselbststaendig. Sie werden ueberall hin, so auch zur Schule, gefahren und werden dort wieder abgeholt. Das fuehrt dazu, dass sich bei unserer Quartierstrasse am Morgen und am Nachmittag regelmaessig ein Stau bildet.
Die kleinen Kinder hier sind uebrigens namenlos. Wir wissen nicht, was so gaengige Namen sind, alle werden "Sweetie" oder allenfalls "Darling" genannt.

Mittwoch, 6. April 2011

Sunshine Coast - Byron Bay - Nimbin - Mt Warning

Vor 10 Tagen nahmen wir unseren ersten groesseren Ausflug zur Sunshine Coast in Angriff. Am Morgen waren wir in Maroochydore, badeten im Fluss, sprangen durch die Wellen im Meer und sammelten viele Muscheln. Fuer den Triathlon-Weltcup-Wettkampf am Nachmittag in Mooloolaba hatten wir am Vorabend Schweizer Faehnchen gebastelt und diese dann kraeftig geschwenkt. Es hat sich gelohnt: Ruedi Wild, Felix' ehemaliger Schueler, wurde 4. und hat gute Chancen, die Schweiz an den Olympischen Spielen 2012 zu vetreten.

Das Wetter ist seit Tagen sehr unbestaendig und die Wettervorhersagen scheinen schwierig. Die Wetterstationen widersprechen sich teilweise diametral. Die Regenguesse koennen relativ kurz dauern oder eben Stunden...

Trotzdem wagten wir uns fuer einen Mehrtages-Ausflug nach Byron Bay. Ja, es ist sehr touristisch und an fast allen Motels und Absteigen steht "no vacancy". Aber der Hauptstrand ist sehr breit und die Leute verteilen sich gut, so dass wir uns mit unseren Kindern nicht eingeaengt fuehlten. Im Staedtchen hat es vor allem ein grosses Angebot von allem, und die Waren sind wegen regem Umsatz frisch. Die Takeaway Menues werden frisch zubereitet, man wartet vielleicht 15 - 20 Minuten und bekommt extrem feines Essen. Im Gegensatz zu Surfers Paradise an der Gold Coast, wo alle Maedels blondiert und die Jungs braungebrannt und gestaehlt sind (da waren wir letzte Woche), waren die Leute in Byron Bay sehr normal. Zum Teil etwas hippig - die Stadt wird ihrem Ruf schon gerecht.

Am Abend machten wir einen Ausflug zum Leuchtturm, gingen weiter zum oestlichsten Punkt von Australien (Festland) und noch weiter zu einem kleinen, verlassenen Strand, wo wir unser Picknick-Znacht assen und Delfine beobachteten. Erst beim Eindunkeln gingen wir die 332 Stufen hoch zum Leuchtturm zurueck und stampften laut, nachdem uns eine Frau vor Schlangen warnte...


Am naechsten Morgen verregnete es uns schon bem Morgenessen-Holen. Die erste Regenpause nutzten wir fuer einen Spaziergang an einem Strand, wo wir waehrend einer Stunde niemandem begegneten. Wir waren "in the middle of nowhere", kein Kiosk, keinen Stand, nur ein Naturschutzgebiet und das Rauschen der Wellen. Und das alles fuenf Minuten Autofahrt weg von Byron Bay. Wir hatten das Wetter auf unserer Seite. Die Sonne kam, und nachdem wir den monatlichen Hippie-Markt mit vielen lokalen Spezialitaeten besucht (und wieder hervorragend gegessen) hatten, gings wieder ans Meer zum Wellenspringen.

Am dritten Tag fuhren wir ins Landesinnere. Wir schauten in Nimbin vorbei, einer Hippie-Kommune, die sich bis heute haelt. Es schien uns, dass uns kaum ein "normaler" Mensch begegnete, und dieses Schild gab uns recht:

Der Mount Warning Holiday Park war unsere naechste Station: In der Nacht hoerten wir Koalas und den Regen, der nicht mehr aufhoerte. Eigentlich wollten wir auf den Mount Warning. Seine Spitze ist der erste Punkt Australiens, der morgens die Sonne sieht. Wir machten dann nur einen kleinen Spazierweg durch den Regenwald, der mit 20 Min angeschrieben war, wir waren aber nach maximal fuenf Minuten oben. Wir sind eben echte Schweizer (oder wir waren vom Regen getrieben)...
Da der ganze Himmel schwarz war, traten wir eher uebel gelaunt den Heimweg an. Kingscliff, eigentlich unser drittes Ziel fuer zwei Naechte, liessen wir angesichts des Regens fallen...